On Premise vs. Cloud: Gegenüberstellung

Immer mehr Unternehmen ziehen mit ihrer Software in die Cloud um. Das soll aber nicht heißen, dass diese Entscheidung voreilig getroffen werden muss. Im Gegenteil gilt abzuwägen, für welchen Business Case die Cloud konkrete Vorteile bringt und für welchen eine On-Premise-Lösung zumindest vorerst noch die bessere Wahl bleibt. Um Ihnen die Entscheidung darüber zu erleichtern, hier eine kurze Gegenüberstellung der Unterschiede, Vorteile und Risiken von Cloud- und On-Premise-Lösungen.

Der Hype um die Cloud ist schon deshalb verdient, weil sie drei der größten Herausforderungen der Digitalisierung auf einen Streich meistert: Energieverbrauch, laufende Kosten und Skalierbarkeit von Software – hier können On-Premise-Lösungen einfach nicht mithalten. Letztere punkten eher, wenn es um Datenhoheit und die Kontrolle darüber geht. 

Datensicherheit & Compliance

Ein häufiges Argument für On-Premise-Software ist die Datensicherheit. Denn wer seine Software auch bei sich hostet, hat die alleinige Datenhoheit und gibt diese nicht in fremde Hände ab. Hinzukommt, dass es in vielen Unternehmen eine Compliance gibt, die den maximalen Schutz sensibler Daten völlig zu Recht zum obersten Credo erhebt – aus eigenem Interesse natürlich, aber  auch, um geltenden Gesetzen und Regelungen zu entsprechen.

Je nach Branche sind die Vorschriften in Sachen Datenschutz unterschiedlich restriktiv. Das hängt auch davon ab, um welche Art von Daten es sich handelt. Im Banken- und Gesundheitswesen, wo viele Daten sehr persönlich und hochsensibel sind, gelten traditionell strengere Richtlinien, so dass die Skepsis gegenüber der Cloud hier ausgeprägter ist als dort, wo nur geringfügig vertrauliche Daten verarbeitet werden müssen. 

Aber auch Cloud-Anbieter kennen ihre Sorgfaltspflicht im Umgang mit den Daten Dritter. Denn natürlich gilt auch für sie: Wer sich am Markt behaupten will, wird in das Vertrauen seiner Kunden investieren müssen. Und wenn es sich, wie bei der Cloud, um einen globalen Markt handelt, muss dabei auch den nationalen Datenschutzgesetzen derjenigen Länder entsprochen werden, in denen man langfristig erfolgreich sein will. Insofern liegt es im ureigenen Interesse der Cloud-Anbieter, den Datenschutz in der Cloud weiter zu verbessern und fortzuentwickeln.

Und was häufig übersehen wird: Auch bei On-Premise-Lösungen ist IT-Security kein Selbstläufer. Denn unterschiedslos alle Webanwendungen können Zielscheibe von Cyberkriminellen werden und sollten entsprechend gut geschützt sein. Und je nachdem, wie gut man hier aufgestellt oder beraten ist, kann die IT-Security in der Cloud durchaus besser sein als die eigene.

Exkurs: Private vs. Public Cloud

In der Public Cloud wird der Speicherort der Daten ausschließlich vom Cloud-Anbieter bestimmt. In der Private Cloud ist die komplette Infrastruktur nur einem Cloud-Kunden vorbehalten und kann entweder von diesem selbst vor Ort oder in einem Rechenzentrum seiner Wahl gehostet werden. In Sachen Datenhoheit hat also letztere aus offensichtlichen Gründen die Nase vorn.

Aufwand und Kosten

Der Nachteil von On-Premise-Lösungen ist, dass die Kosten für Wartung, Hosting und Betrieb exponentiell höher ausfallen können als bei der Cloud. Denn die Installation vor Ort erfordert Hardware, Platz, Nutzungslizenzen, Integrationsmaßnahmen und Administratoren, die für Verwaltung und einen laufenden Betrieb zuständig sind. Hinzukommen die Aufwände, die bei einem möglichen Fehler – oder Schadensfall entstehen können und schwer zu kalkulieren sind.

Bei einer Cloud-Lösung liegen Wartung, Hosting und Betrieb beim Cloud-Anbieter. Das hat den großen Vorteil, dass der Cloud-Kunde nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen bezahlt und keine Kosten für die vorsorgliche Bereitstellung und Unterhaltung letztlich ungenutzter Hardware hat.

Hinzukommt die zeitliche Synchronität von Bedarf und Nutzung: Weil alles schon konfiguriert ist, können die Ressourcen in der Cloud ad-hoc skaliert werden: Steigt der Bedarf, schaltet man einfach welche dazu, sinkt er, schaltet man sie wieder zurück. So können nicht nur Hauptlastphasen ausbalanciert, sondern auch disruptiven Ereignissen und volatilen Märkten Rechnung getragen werden. Zeitaufwände für Installation und Wartezeiten für Bürokratie gibt es nicht. Wartungs- und Instandhaltungskosten fallen nicht an.

Hybride Cloud-Lösungen

Wer sich nicht voll und ganz für eines der beiden Modelle entscheiden möchte oder kann, dem ist  oft mit einer hybriden Lösung geholfen, die das Beste aus beiden Welten kombiniert.

Oft ist mit dem Begriff Hybrid Cloud eine Mischform aus Private Cloud und Public Cloud gemeint, er kann aber auch als Mischform aus Private/Public Cloud und On-Premise verstanden werden. Wichtig ist in beiden Fällen, dass der Cloud-Kunde Art und Umfang der Cloud-Nutzung selbst bestimmt und die verschiedenen Modelle so kombiniert, wie es für seinen individuellen Business Case und seine digitale Strategie sinnvoll ist.

Fazit

Nutzen Sie die Cloud as a Service. Nehmen Sie das davon in Anspruch, was Ihnen einen konkreten, messbaren Mehrwert bringt: Sei das eine signifikante Kostenersparnis bei Wartung, Hosting und Betrieb oder mehr Flexibilität und Skalierbarkeit hinsichtlich neuer Geschäftsideen, neuer Zielgruppen und neuer Marktchancen. Und sie sind keinesfalls gezwungen, Kompromisse bei der Datensicherheit zu machen: Sie können sich ihre Cloud-Nutzung so zuschneiden, dass Sie mit Ihren Standards & Richtlinien vereinbar ist.

Hendrik Thole

Hendrik Thole

Java 17 mit Nicolai Parlog

Java 17 ist da!

Die Programmiersprache Java entwickelt sich stetig weiter. Nicolai Parlog hat die neuesten Features von Java 17 bei der JUGH vorgestellt.

Weiterlesen
Scroll to Top