Trends & Themen

Digitale Transformation

Digitale Transformation

Die digitale Transformation ist der größte und weitreichendste Wandel seit der Industrialisierung. Was genau darunter zu verstehen ist, variiert je nach Hintergrund und Perspektive derer, die sich mit dem Begriff auseinandersetzen. Wir folgen hier im Wesentlichen der Darstellung von Sven Ruoss und seiner Blogserie „Digitale Transformation“.

Definition

Digitale Transformation hat viele Gesichter. Je nach Schwerpunkt stellen Studien und Blogs andere Kernbegriffe in den Vordergrund. Manche legen ihr Augenmerk auf Technologien, andere heben die Kundenerfahrung hervor, wieder anderen geht es um den Gesamtprozess des digitalen Wandels, den der Begriff bezeichnet.

Colin Lankshear und Michele Knobel unterscheiden drei Level des digitalen Wissens:

  • Digitale Kompetenz: Einführung digitaler Tools und Aufbau praktischer Fertigkeiten im Umgang damit
  • Digitale Nutzung: Sachverständnis und Selbstverständlichkeit bei der Nutzung digitaler Tools
  • Digitale Transformation: Freisetzung von Kreativität und Innovationsimpulsen durch den Umgang mit digitalen Tools

Auf dem dritten Level findet der eigentliche Wandel statt. Neue Ideen für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells kommen auf, entsprechende Unternehmensprozesse zur Kundenbindung, zur Entwicklung neuer Leistungen und Produkte brechen sich Bahn.

Auch die allgemeine Performance des Unternehmens wird verbessert. Michael Wade und Donald Marchand bringen hier insbesondere die Begriffe Umsatz, Effizienz, organische Agilität, Customer Insights und Customer Engagement ins Spiel. Treiber der Entwicklung seien bei all dem weder Wirtschaft noch Wissenschaft oder Politik, sondern vielmehr die Technologien selbst, die sich immer schneller entwickelten und so der digitalen Transformation den Takt vorgäben.

Themenfelder der digitalen Transformation

Im Koordinatensystem der digitalen Transformation identifiziert eine Studie des MIT Center for Digital Business und Capgemini Consulting diese drei wesentlichen Säulen:

  1. Customer Experience: Kundenverständnis / Umsatzwachstum / Kundenkontaktpunkte
  2. Operative Prozesse: Digitalisierung der Prozesse / Befähigung der Mitarbeitenden / Performance Management
  3. Geschäftsmodelle: Digital erweiterte Geschäftsmodelle / Neue digitale Geschäftsmodelle / Digitale Globalisierung

 

Der digitale Reifegrad von Unternehmen

Um zu evaluieren, wie weit die digitale Transformation in Unternehmen vorangeschritten ist, gelten diese beiden Modelle als valide:

  1. Four Types of Digital Maturity vom Center for Digital Business des MIT
  2. Digital Transformation Assessment von Forrester Research.

Das erste Modell besteht aus einer x-Achse Transformation Management Intensity und einer y-Achse Digital Intensity. Das zweite Modell arbeitet mit der x-Achse Digital Operational Excellence und der y-Achse Digital Customer Experience.

Gemäß den Forschungen der MIT Sloan School of Management in Kooperation mit Capgemini Consulting ist die digitale Reife von Unternehmungen eine Kombination der folgenden zwei Achsen: Digitale Kompetenz und Intensität Transformationsmanagement. Je nachdem, wie stark beide Komponenten in diesem Koordinatensystem ausgeprägt sind, entstehen vier verschiedene Typen der digitalen Transformation:

  • Digital Beginners
  • Digital Fashionistas
  • Digital Conservatives
  • Digital Digirati

Zur Beschreibung jedes einzelnen Typs siehe auch Blog zum Thema von Sven Ruoss.

 

Zum Verhältnis von digitaler Reife und finanzieller Performance

In der Studie „The Digital Advantage: How digital leaders outperfom their peer in every industry“ von MIT Sloan Management und Capgemini Consulting aus dem Jahr 2012 konnte eine ganz klare Beziehung zwischen digitaler Reife und finanzieller Performance herauskristallisiert werden. Dazu wurden die finanziellen Performance-Werte branchenbereinigt und die finanziellen Indikatoren zu folgenden drei grundlegenden Key Performance Indicators (KPIs) zusammengefasst:

  • Umsatz (Indikatoren Umsatz pro FTE, Umsatz des Anlagevermögens),
  • Profitabilität (EBIT-Marge, Reingewinnmarge) und
  • Marktbewertung (Tobins Quotient, Kurs-Buchwert-Verhältnis).

Die Unterschiede können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Umsatz: Unternehmen mit einer stärkeren digitalen Intensität erzielen bessere Umsätze. Digital Digirati und Digital Fashionistas schneiden beim Umsatz um 9 % bzw. 6 % besser ab.
  • Profitabilität: Unternehmen mit einer stärkeren Intensität der Transformationsführung sind profitabler. Digital Digirati und Digital Conservatives erzielen eine um 26 % bzw. 9 % bessere Profitabilität gegenüber ihren Konkurrenten aus der gleichen Branche.
  • Marktbewerbung: Unternehmen mit einer stärkeren Intensität der Transformationsführung erreichen eine höhere Marktbewertung.

Sie möchten wissen, wie weit die digitale Transformation in den verschiedenen Branchen vorangeschritten ist? Dann empfehlen wir das entsprechende Kapitel im Blog zum Thema von Sven Ruoss.

Ein anderes Modell zur Erfassung der digitalen Transformation ist das von Fenwick und Gill aus dem Forrester-Report „The Future of Business is Digital“. Auch hier gibt es zwei Achsen, allerdings heißen sie Digitale operationelle Exzellenz (interne Sicht) und Digitales Kundenerlebnis (externe Sicht). Die sich daraus ergebenden Typen heißen Digitale Dinosaurier, Digitale Arbeiter, Digitale Konnektoren und Digitale Master.


Fazit

Unabhängig davon, welches wissenschafltliche Modell der digitalen Transformation zugrunde gelegt wird – sie ist ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Tatbestand, der noch viele weitere Jahre anhalten wird. Fest steht, dass diejenigen Aktuere, die ihre Dynamik verstehen und sich ihre Möglichkeiten zunutze machen, sich klare und eindeutige Wettbewerbsvorteile erschließen können.

Das digitale Zeitalter hat erst begonnen – machen Sie mit.

Jule Witte

Jule Witte

Presse & Kommunikation