Pilot 35-Stunden-Woche geht weiter

Ein Jahr 35-Stunden-Woche gibt uns jetzt Gelegenheit für eine kurze Rückschau – und davon ausgehend für einen Ausblick in die Zukunft.

Mit dem Pilotprojekt 35-Stunden-Woche folgt das Softwarehaus nicht nur den jüngsten Erkenntnissen zur Gesundheit am Arbeitsplatz – sondern auch der eigenen Überzeugung, dass erholte Arbeitnehmer:innen die glücklicheren und damit die motivierteren sind.

Um herauszufinden, ob 35 Wochenstunden bei Micromata auch in der Praxis funktionieren, wurde Anfang 2020 zunächst ein Pilot dazu aufgesetzt. Denn ähnlich wie in der agilen Softwareentwicklung, gibt ein Pilot Gelegenheit, die Dinge zunächst iterativ und experimentell durchzuspielen und zu testen, bevor sie verbindlich implementiert werden.

Und wie ist die Bilanz nach einem Jahr? Konnten die Mitarbeiter:innen die kürzere Arbeitswoche denn mit den Erfordernissen ihrer Projekte in Einklang bringen? Wie hat sich das ausgewirkt: Sind sie dadurch unter starken Zeitdruck oder vermehrt in Überstunden geraten? Gab es ggf. andere Seiteneffekte, die wir gar nicht bedacht hatten?

All dies wurde auf Basis der gemachten Erfahrungen, der persönlichen Feedback-Gespräche und unterschiedlichen Mitarbeiter:innenumfragen eruiert. Deren Ergebnisse sind sehr ermutigend: 80 % der Belegschaft kommen gut bis sehr gut mit der kürzeren Arbeitswoche zurecht. Stellschrauben sind und bleiben für sie eine effizientere Kommunikation, gute Selbstorganisation, klare Vertretungsregeln und eine gute Priorisierung der Aufgaben im Projekt. Für die meisten von ihnen absolut lösbare Aufgaben.

Als Softwarehaus haben wir es ständig mit Projekten zu tun, deren Anforderungen und Kausalitäten komplex und zu Beginn nicht gleich ersichtlich sind. Im Kontext arbeitsorganisatorischer Maßnahmen wie der 35-Stunden-Woche verhält es sich nicht anders, weshalb wir auch hier von unserer agilen Arbeitskultur Gebrauch machen und das Vorhaben zunächst pilotieren, bevor es finalisiert und ausgerollt wird.

Geschäftsführer Alexander Podlich

Stéphanie Naujock, HR-Leitung und ebenfalls Geschäftsführung, fügt hinzu:

Dabei geht es uns auch nicht darum, eine „One-fits-all“-Lösung unterschiedslos auf alle auszurollen. Es ist vielmehr unser Anspruch, auch individuell verschiedene Lebenslagen zu berücksichtigen und jeden einzelnen in seinen Bedürfnissen zu begleiten und diesen so gut wie möglich gerecht zu werden.

Stéphanie Naujock, HR-Leitung und ebenfalls Geschäftsführung

Die Verlängerung des Piloten auf 2021 sei da der richtige Schritt.

Die wichtigsten Benefits der 35-Stunden-Woche nach dem ersten Pilotjahr:

  • Mehr Gesundheit: Gefragt, wie sich das physische und psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen durch die 35-Stunden-Woche verändert habe, antwortete die überwältigende Mehrheit von 80 % mit einer deutlichen Verbesserung: eine kürzere Arbeitswoche nimmt wie erwartet viel Druck vom Alltag und sorgt für eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben. Das wird auch angesichts der Doppelbelastung von Home Schooling und Home Office zu Corona-Zeiten von vielen Familien als echte Hilfe wahrgenommen.
  • Mehr Effizienz: Um den Verpflichtungen im Projekt und dem eigenen Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit auch bei einer kürzeren Wochenarbeitszeit gerecht zu werden, haben alle Befragten ihre Selbstorganisation verbessert: mehr Fokus auf das Wesentliche, eine stärkere Priorisierung der Aufgaben, strukturiertere Meetings sowie eine noch bessere Planung sind dabei die wichtigsten Stellschrauben.
  • Mehr Motivation: Die Umfrage hat auch gezeigt, dass den Mitarbeitenden voll bewusst ist, dass der Erfolg der 35-Stunden-Woche auch in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt und dass praktisch alle motiviert sind, das Projekt wie jedes andere zu einem gemeinsamen, langfristigen Erfolg zu machen.

Fazit und Ausblick:

Um Wechselwirkung und Seiteneffekte noch granularer einschätzen zu können, wird das Pilotprojekt 35-Stunden-Woche noch um ein weiteres Jahr verlängert. Auch, weil es Optimierungspotenzial zutage treten lässt, das vorher zwar schon da, aber weniger erfolgskritisch war. Und natürlich will ein Benefit wie die 35-Stunden-Woche finanziert sein – gerade, weil die Verknappung der Arbeitszeit auch einen reduzierten Umsatz bedeutet und wir die Gehälter nicht nach unten anpassen wollen.

Alexander Podlich

Hier die Interviews mit unseren drei Geschäftsführenden zum Thema:

Jule Witte

Jule Witte

Presse & Kommunikation
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