Projektmanagement

Erfolgreich agil arbeiten. Teil drei: Die Scrum-Werte

: Alle wollen agil sein, doch nicht jedem gelingt der Kulturwechsel. Projektleiterin Julia Hartung erklärt, worauf es ankommt. Teil drei.

Agilität ist ein Zauberwort, aber kein Hexenwerk. In dieser dreiteiligen Serie über agile Projektmanagement-Methoden und Scrum als das bekannteste Framework, wollen wir den Nutzen noch einmal für alle skizzieren, die agiler werden wollen. Wir starteten im ersten Teil mit den allgemeinen Vorteilen, um uns in Teil 2 mit den Vorteilen von Scrum zu befassen. In diesem dritten und letzten Teil geht es um das Scrum-Mindset, das wir brauchen, um erfolgreich agil zu arbeiten.

Teil drei: Mein Scrum ist kaputt … oder?

Um agil zu sein reicht es nicht aus, nur die einzelnen Scrum-Rituale anzuwenden. Es kommt vielmehr auf das richtige Mindset an, damit sie Wirkung zeigen können. Hier die wichtigsten Zutaten, damit wir erfolgreich agil zusammenarbeiten können.

Wenn man über Scrum spricht, steht häufig der Scrum-Prozess im Vordergrund: es geht um Rollen, Inkremente, Sprints & Co. In der Praxis stellen wir dann oftmals fest, dass dieser Prozess allein nicht ausreicht. Irgendwie will das mit diesem Scrum nicht richtig funktionieren. Vielleicht passen die Rahmenbedingungen des Projekts nicht zur agilen Vorgehensweise? Oder liegt es vielleicht daran, dass im Team das richtige Mindset für Scrum noch fehlt? Und wenn ja: Welche Einstellung brauchen wir, um wirklich agil zu sein?

An dieser Stelle möchten wir euch ein paar Werte und Richtlinien näherbringen, die euch bei der erfolgreichen Umsetzung von Scrum in der Praxis helfen werden.

Das agile Manifest

Über allem steht das agile Manifest. In kurzen, klaren Sätzen fasst es zusammen, worum es geht.


  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

In der Praxis kann es passieren, dass zu Projektbeginn fest fixierte Absprachen sich im Projektverlauf als eher hinderlich erweisen. Das agile Manifest hält deshalb in kurzen, klar formulierten Sätzen fest, was notwendig ist, um auch im Projekt die nötige Flexibilität zu bewahren. Wenn ihr also im Projekt stecken bleibt und trotz Scrum nicht weiterkommt, überprüft doch mal, ob ihr die Grundsätze des agilen Manifests ggf. noch nicht beherzigt.

Kennt ihr die Scrum-Werte?

Das Herzstück von Scrum sind die Werte, auf denen das Framework aufsetzt. Sie gelten für jedes Team-Mitglied, das in irgendeiner Weise an der Umsetzung des agilen Projekts beteiligt ist – sowohl für Product Owner als auch für Scrum Master oder Entwickler. Dies sind sie:


  • RESPEKT. Die Teammitglieder respektieren einander als fähige und unabhängige Personen.

  • MUT. Die Teammitglieder haben den Mut, die richtigen Dinge zu tun, um auch schwierige Aufgaben zu lösen.

  • OFFENHEIT. Das Team und die Stakeholder sind offen für alle Arbeiten und Veränderungen, die für die Umsetzung wichtig sind.

  • VERBINDLICHKEIT. Die Teammitglieder verpflichten sich, die Ziele des Scrum-Teams zu erreichen.

  • FOKUS. Jedes Teammitglied konzentriert sich auf die Aufgaben im Sprint und behält dabei die Ziele des Teams im Auge.

Erst diese Werte schaffen eine Arbeitsatmosphäre, in der man sich gemeinsam, Sprint für Sprint, dem gewünschten Ziel nähern kann. Das gesamte Team lernt dabei jeden Tag neues und bewertet die Projektziele auf Basis der Erkenntnisse neu. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und getragen.

Fazit

Das agile Manifest und die Scrum-Werte sind die verbindliche Basis für den erfolgreichen Einsatz von Scrum. Nur mit ihnen könnt ihr erfolgreich sprinten und den maximalen Nutzen für die Anwender eurer Software herausholen.

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Hier geht’s zu Teil eins und Teil zwei des Dreiteilers „Erfolgreich agil arbeiten“.

Julia Hartung