Legacy-Software goes Cloud. So geht’s

Migration von Legacy-Software in die Cloud

Cloud: schön und gut. Aber was tun mit großen, monolithischen IT-Anwendungen oder ganzen IT-Landschaften – kann man die überhaupt in die Cloud umsiedeln? Und wenn ja, lohnt sich das? Die Antwort: Ja, das geht. Und ja, es lohnt sich auch – am meisten dann, wenn Sie es richtig angehen. Denn dann profitiert Legacy-Software am meisten von den Vorteilen der Cloud.

Gute Gründe, Legacy-Software in die Cloud umzuziehen:

  • Agilität: Wartung, Hosting und Betrieb sind in der Cloud agil. Heißt: Sämtliche Ressourcen können synchron zum tatsächlichen Bedarf auf- und abgeschaltet werden.
  • Kosteneffizienz: Die Folge ist eine deutlich höhere Kosteneffizienz, da nur für die Ressourcen bezahlt wird, die auch wirklich in Betrieb sind.
  • Verfügbarkeit: Software in der Cloud ist hochverfügbar – dank einer smarten Lastenverteilung bleibt der Betrieb auch bei Spitzenlast flüssig und performant. 
  • Ausfallsicherheit: Ein automatisierten Site Reliability Engineerings (SRE) sorgt außerdem dafür, dass es selbst im Fehler- oder Angriffsfall zu keiner Beeinträchtigung des laufenden Betriebs kommen kann.
  • Resilienz: Daraus folgt auch, dass die Cloud gegenüber Fehlern oder Angriffen besonders resilient ist und sich schnell von Störungen und dergleichen erholt.
  • Zukunftsfähigkeit: Eine Software ist nur so zukunftsfähig wie sie flexibel anpassbar ist. Die Cloud sorgt für maximale Skalierbarkeit im Sinne sich ändernder Anforderungen. Neue Features und Funktionen können beliebig und ohne Downtime integriert werden (CI/CD).

Es gibt viele Wege, historisch gewachsene Legacy-Software in eine moderne Cloud-Architektur zu transformieren. Eine mögliche Herausforderung dabei sind häufig Datenbanken, deren Datenschatz über die Jahre gewachsen ist und keinesfalls verloren gehen soll. Der Aufwand dafür lässt sich aber gut kompensieren, wenn wir Cloud-Projekte in eine sinnvolle Strategie einbetten und sie zum Anlass nehmen, das komplette IT-Ökosystem zu „entrümpeln“ und zu modernisieren.

Aus unserer Praxiserfahrung können wir raten: Machen Sie Inventur: Prüfen Sie, wo sich eine Migration lohnt und wo nicht. Mit Vogelperspektive auf die gesamte IT-Landschaft im Unternehmen empfehlen wir eine Sortierung nach diesem Muster:

  • Entsorgen: Anwendungen, die Sie nicht mehr brauchen, sollten Sie ohnehin loswerden.
  • Bewahren: Anwendungen, die im aktuellen Status quo echten Mehrwert erzielen, behalten Sie unverändert.
  • Ersetzen: Anwendungen, deren Funktion auch von anderen (im Bestand oder neu) effizienter abgedeckt werden können, ersetzen Sie.
  • Transformieren: Anwendungen, die Potenzial für die Zukunft mitbringen, migrieren Sie in die Cloud.

Die Zuordnung der einzelnen Anwendungen zum jeweils passenden Cluster sollte anhand von Kriterien erfolgen, die technische Aspekte wie Wartbarkeit, Skalierbarkeit, Effizienz und Sicherheit ebenso berücksichtigen wie kaufmännische Faktoren – Betriebskosten, Kritikalität, Kosten, Nutzen.

Ersetzen und transformieren

Ersetzen und transformieren Sie strategisch sinnvoll und wählen Sie mit Bedacht:

Ersetzen:

  • Standardsoftware: ist immer dann sinnvoll, wenn die abzubildenden Geschäftsprozesse wenig komplex sind und die Eignung solcher Lösungen entsprechend hoch. Das ist dann der Fall, wenn es sich um wenig spezifische Abläufe handelt, die so oder so ähnlich branchenübergreifend üblich sind. Um die Eignung auf den eigenen Business Case festzustellen, kann eine Gap-Analyse hilfreich sein.
  • Neuentwicklung: Bei Anwendungen, deren Funktionalität hochspezialisiert ist oder für die es keine passende Lösung am Markt gibt, kommt eine Neuentwicklung in Betracht. Dieser Ansatz ist zwar kosten- und zeitaufwendiger, lohnt sich aber durchaus, wenn man dafür eine intelligente und maßgeschneiderte Lösung erhält. 

Transformieren:

Bei einer Transformation  können Logik und Funktionalität der Anwendung bewahrt und gleichzeitig ein Hosting in der Cloud ermöglicht werden. Denn das, was heute noch in einer On-Premise-Umgebungen läuft, lässt sich  durch Transformation kostengünstig modernisieren. 

Beim Abwägen der beiden Optionen – Transformation oder Neuentwicklung – zeigt die Praxis, dass die Transformation meistens kostengünstiger auf den jeweiligen Business Case abgestimmt werden kann und eine schnellere Modernisierung hin zu einer cloud-nativen Architektur ermöglicht. Liegt der Fokus hingegen auf einer nachhaltigen Architektur für die fertige Cloud-Lösung, ist eine Neuentwicklung vorzuziehen.

Erst prüfen, dann entscheiden

Zunächst heißt es sorgfältig abzuwägen und sich dann für die individuell passende Cloud-Strategie zu entscheiden. Denn auch hier gilt wie so oft: Eine One-fits-all-Lösung gibt es nur selten. Wichtige Faktoren bei der Entscheidungsfindung sind:

  • Security & Datenschutz
        • Wie vertraulich sind die zu verarbeitenden Daten?
        • Sind Datenschutzrichtlinien zu beachten (Compliance)?
  • Größe und Komplexität IT-Ökosystems
        • Vernetzungsgrad der Teilsysteme 
        • Abhängigkeit zu den Schnittstellen 
        • Synchrone oder asynchrone Datenverarbeitung

Transformation für die Cloud

Moderne Cloud-Plattformen bieten ein Ökosystem an Services und Komponenten, um Legacy-Software Schritt für Schritt zu erneuern und auf eine moderne Cloud-Architektur umzustellen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass diejenigen Teile der Anwendung zuerst modernisiert und migriert werden sollten, die den größten Vorteil für das Geschäft bringen. So lassen sich schnelle Erfolge erzielen und Ressourcen effizient einsetzen. Das Ergebnis ist oft überraschend. 

Sofern die Rahmenbedingungen es zulassen und die unbegrenzte Rechenleistung der Cloud-Plattformen durch Parallelisierung genutzt werden kann, können etwa Batch-Laufzeiten drastisch reduziert und Kosten deutlich gesenkt werden.

Continuous Integration

Unter kontinuierlicher Modernisierung verstehen wir ein Verfahren, das eine schnelle, risikoarme, vollautomatische Code- und Datenmigration mit der Möglichkeit kombiniert, ohne Beeinträchtigung im laufenden Betrieb zu modernisieren. Die technischen Fachbegriffe dafür sind Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD) und Ihnen sicher geläufig.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass alle Komponenten der Anwendung während der Modernisierung und Migration zu jeder Zeit verfügbar bleiben – ohne Downtime, ohne Unterbrechung. Dabei lassen sich die von der Cloud-Plattform bereitgestellten Standardfunktionen einbinden und die Entwicklung auf ein agiles Vorgehen mit modernen DevOps-Methoden umstellen.

Eine weitere Stärke dieses Ansatzes ist, wie weiter oben schon erwähnt, der Umstand, dass die Modernisierung zielgerichtet dort vorgenommen werden kann, wo sie den größten Nutzen bringt. Das ist auch deshalb wichtig, weil zumeist nur 30 Prozent einer Anwendung regelmäßig genutzt werden. Dieses Vorgehen ist also auch eine Gelegenheit, einzelne Komponenten einer Anwendung bei Bedarf auszukoppeln und separat in die Cloud zu verlagern. So lassen sich zum einen Auslastungsspitzen der Altsysteme sehr gut ausgleichen, zum anderen ungenutzte Kapazitäten abgebaut und Betriebskosten gespart werden.

Fazit

Unternehmen können und sollten ihre Legacy-Software und IT-Landschaften sorgfältig evaluieren und prüfen, wo ein Umzug in die Cloud sinnvoll und wichtig ist. Und da es keinen alleingültigen Weg zur Ablösung über Jahrzehnte gewachsener Anwendungen gibt, empfiehlt es sich neben einem strukturierten Vorgehen immer, einen erfahrenen IT-Partner als Umzugshelfer an der Seite zu haben. 

Sprechen Sie uns gerne an!

Sie wollen wissen, wie die Cloud operativ funktioniert? Hier ein hilfreicher Blogbeitrag zum technischen Verständnis von Cloud-Infrastruktur.

Hendrik Thole

Hendrik Thole

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