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Public Cloud: Warum wir zu AWS wechselten und inzwischen wieder Blech streicheln

: Vortrag bei der JUGH: Beyond Cloud oder warum auch „Blechserver“ Vorteile haben. Torsten Köster nimmt uns mit auf die Reise in die Welt von AWS und zeigt wie sich Blechserver automatisieren lassen.

Die Public Cloud gehört im Bereich Web-Services zum state of the art. Anbieter von Portalservices, wie bspw. shopping24, müssen ihr Hosting-Kosten im Blick behalten und optimieren. Amazon Web Services (AWS), als führender internationaler Anbieter im Cloud-Computing, bieten IT-Infrastruktur on demand. Vor allem für schnell wachsende Start-ups scheint das Konzept „zahle was du verbrauchst“ sehr attraktiv. Es können schnell Testinstanzen aufgesetzt und wieder eingestampft werden, ohne dass lange Hostingverträge das Budget belasten. Torsten Köster, CTO von shopping24 erklärt in seinem Talk warum der Weg in die Cloud auch Schmerzen bereitet und wie man Blechserver optimieren kann.

Das Zauberwort heißt „Automatisierung“

Dank Automatisierung der Server-Provisionierung mit Werkzeugen wie Ansible, Puppet oder Chef lassen sich hohe Umsetzungsgeschwindigkeiten realisieren. Gleichzeitig kann man so den Cloud-Grundsatz „Cattle not Pets“ befolgen: Ein Server wird nach einem Deployment oder bei der geringsten Dysfunktionalität terminiert und neu gestanzt. Idealerweise liegt die gesamte Server-Provisionierung in einem VCS. So lassen sich infrastrukturelle Probleme schnell und einfach nachvollziehen und beheben.

Schneller und dabei wartungsärmer – Und wo ist nun der Nachteil?

Bei gesetzten Geschäftsmodellen ist ein „all in AWS“-Betrieb selten die kostengünstigste Option. Auch bestehende, monolithische Applikationen lassen sich nur schwer in die Cloud migrieren. Bei einer kompletten Migration komplexer Software-Infrastrukturen besteht die Gefahr einem „Lock-in“-Effekt zu erliegen: Man ist an deinen Dienstleister gebunden und von ihm abhängig.

Von allem ein bisschen bitte!

Mit iLO und IPMI lassen sich die Vorteile der Cloud (automatisierte Hardware-Provisionierung) auf Blechserver übertragen. In Server-Chassis verbaut, ermöglichen sie das Serversystem fernzusteuern. So lassen sich IPs und Netzwerk-Boot-Adressen automatisch via Script konfigurieren.
Für Testsysteme, vor allem von Starklast-Anwendungen wie Machine Learning oder Big Data POCs kann es sich trotzdem auszahlen auf die Cloud zu wechseln.

Und last but not least: Der Datenschutz

Da wir bei Micromata mit empfindlichen Daten arbeiten, spielt das Thema Datenschutz für uns eine wesentliche Rolle. Bei der Abwägung in die Cloud zu gehen oder nicht, sollte immer berücksichtigt werden, wo der Anbieter die Daten speichert und welche Datenschutzverordnung für die dort gehosteten Daten gilt. Im Zweifel gilt: Doch lieber Blech.

Informationen zur JUGH:
Die Java User Group Hessen (JUGH) ist Teil des internationalen Netzwerkes von Java Communities, die sich der weltweiten Verbreitung von Java-Know-how verschrieben haben. Im Sommer 2009 wurde sie von Entwicklern der Micromata GmbH ins Leben gerufen und kann seither auf eine ganze Reihe spannender Workshops und Vorträge zum Thema Java zurückblicken. Zur Tradition der JUGH gehören neben namhaften Gastrednern außerdem so genannte „Stand-up Codings“, wo jeder Java-Entwickler die Gelegenheit bekommt, spontan zu einem Java-Thema seiner Wahl zu sprechen. Die JUGH trifft sich einmal im Monat (in der Regel immer am letzten Donnerstag) in Kassel. Eine Voranmeldung ist meistens nicht nötig, der Eintritt ist frei. Kontakt: jugh@micromata.de. Weitere Informationen sind unter jugh.de erhältlich.

Lust auf mehr von der JUGH? Hier geht’s zum letzten JUGH-Vortrag zum Thema Vert.x. Mit dem EventBus und Kubernetes zu hochperformanten Anwendungen.

Meike Federmann