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Wie Girls Go Informatics junge Frauen für Softwareentwicklung begeistert

: Schülerin Lina-Sophie Sperlich berichtet, wie ihr der Programmierworkshop gefallen und geholfen hat.

Girls Go Informatics Oktober 2019

Die Initiative Girls Go Informatics will junge Frauen für die Softwareentwicklung begeistern und lädt dazu zweimal im Jahr junge Mädchen zum gleichnamigen Workshop ein. Ziel ist es, Berührungsängste mit dem technischen Fach abzubauen und eine Entscheidungshilfe für die spätere Berufswahl zu bieten. Im Jahr 2017 gestartet, gehört das Projekt heute zum festen Bestandteil der MINT-Nachwuchsförderung in Kassel. Hier der Erfahrungsbericht von Lina-Sophie Sperlich, Teilnehmerin im Oktober 2019.

Just do IT

Meine Freundin hatte diese Idee, einen IT-Workshop zu besuchen, in dem man das Programmieren lernen kann.

Ich ließ mich für die Idee begeistern – und kurze Zeit später sind wir schon fündig geworden: Girls Go Informatics ist ein viertägiger Kurs für Mädchen zwischen 16 und 18, die gern in den IT-Bereich reinschnuppern und sich als Softwareentwicklerinnen ausprobieren wollen. Das Programm ist ein Gemeinschaftsprojekt der Uni Kassel mit dem Kasseler Softwareunternehmen Micromata und dem MINT Werra-Meißner-Kreis e. V. Das Tolle daran: Es ist kostenlos!

Zeitlich fiel der Workshop genau in unsere Ferienzeit – somit hatten wir keine Ausrede mehr und haben uns ganz von unserem Übermut und unserer Neugier leiten lassen. Das half uns, die Angst zu überwinden, nicht mit den anderen mithalten zu können oder nicht der Typ für sowas zu sein.

Denn wir alle kennen das Klischee: Generell beschäftigen sich doch eher die “Nerds” mit Programmiersprachen, Softwareentwicklung und Co. Zudem ist das Thema immer mit dem Vorurteil behaftet, es handele sich um eine „Sache für Männer“.
Jetzt konnten wir uns also selbst einen Eindruck verschaffen, ob da was dran ist … oder nicht. Ein bisschen war das ehrlich gesagt auch der Grund, der mich zum Sprung ins kalte Wasser bewog.

Warum Girls go Informatics so viel Spaß macht

Als der erste Tag begann, saß ich wie all die anderen Mädchen meines Alters voller Neugier vor diesem unbekannten Rechner in diesem unbekannten Raum an der mir noch unbekannten Uni Kassel. Jetzt konnte alles passieren – von blankem Entsetzen bis schierer Begeisterung.

Zuvor waren wir herzlich am Ort des Geschehens begrüßt worden. Man hatte im Vorfeld an alles gedacht: So durften wir die Rechner vor Ort oder eigene benutzen, aßen zusammen in der Mensa zu Mittag und wurden zudem mit vielen kleinen Souvenirs überhäuft.

Zwei hochengagierte Tutorinnen betreuten uns mit viel Sachverstand: Bianca Untermann von Micromata und Judith Heinisch on der Uni Kassel. Mit kurzen Präsentationen führten sie uns in jedes Thema des Workshops ein, bevor wir das neue Wissen direkt im Anschluss anwenden konnten.

Es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre im Workshop. Während der Arbeitszeiten bekamen wir jede Hilfe, die wir brauchten. Die Möglichkeit, herumzuprobieren, sorgte außerdem für ausgelassene Stimmung und viel Spaß!

Das lernst du bei Girls Go Informatics

Wir arbeiteten mit der Programmiersprache Processing, die für den Einstieg ideal ist.

Schritt für Schritt lernten wir Befehle, die wir direkt anwenden konnten und die uns ständig kleine Erfolgserlebnisse bescherten. Das machte den Workshop enorm spannend: wir lernten ständig neue Funktionen kennen, konnten sie direkt anwenden und die Ergebnisse sofort vor uns sehen.

Meine Befürchtungen vom Anfang wandelten sich ziemlich schnell in Stolz und Interesse um. Innerhalb von vier Tagen lernten wir, ein kleines Spiel namens Pong und ein paar seiner Funktionen zu entwickeln. Außerdem bekamen wir einen vielfältigen Einblick in die Berufswelt der Informatiker, vorgestellt von unseren beiden Tutorinnen und anderen ehemaligen Studenten.

Mein persönliches Fazit

Am vierten Tag des Kurses hatten wir Pong fertig programmiert. Dabei hatten wir alle die Grundidee des Spiels beibehalten, aber jeder seiner Version durch eigene Ideen seine individuelle Note gegeben.

Ich kann rückblickend sagen, dass mir der Kurs eine sehr gute Einführung in die IT-Welt gegeben hat.  Es ist enorm viel, was hinter so einer Software stecken kann. Und es ist dazu wahnsinnig faszinierend, wie man dies durch einfache Befehle selbst erzeugen kann. Ich hatte außerdem nicht erwartet, in wie vielen Bereichen der Berufswelt Informatiker am Werk sind.

Ich habe viel mitnehmen können. Nicht nur Inspiration für ein neues Hobby, sondern auch den Gedanken an ein mögliches Informatikstudium nach der Schulzeit.

Meine Botschaft an die Mädels

Mit diesem Bericht möchte ich Mädchen ermutigen, sich nicht aus Angst voreilig von der Informatik abzuwenden, sondern sich erstmal ein eigenes Bild zu machen. Hierfür empfehle ich den Kurs Girls Go Informatics ausdrücklich und bin dankbar, dass Micromata, die Uni Kassel und der MINT Werra-Meißner-Kreis e. V. ihn ermöglichen.

Lina-Sophie Sperlich (18)

Hier der Bericht zu Girls Go Informatics April 2019.

Bianca Untermann