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Blockchain: Foundations, Fortes, Fictions and Future

: Thomas Haines von der Polyas GmbH hat bei der JUGH die Grundlagen, Vorteile und Nachteile von Blockchain vorgestellt – inkl. Zukunftsprognose für diese Technologie.

Wer heute Blockchain hört, der denkt meist an Bitcoin. Was hat Bitcoin mit Blockchain zu tun? Und warum ist Blockchain nicht bloß Bitcoin?

Grundlagen von Blockchain

Nach der Definition von Thomas Haines ist Blockchain ein dezentral verteiltes System zum Aufbau eines offen zugänglichen Buchungssystems. Betrachtet man sehr reduziert die Grundidee des komplexen Systems, so lässt sich dies anhand eines vereinfachten Beispiels erläutern:

Ein jedermanns Guthaben wird in diesem öffentlich zugänglichen Buchungssystem dargestellt. Nun möchte Alice gerne an Bob 3 Einheiten bezahlen. Also veranlasst Alice eine Transaktion mit dem Inhalt „Alice zahlt Bob 3 Einheiten“. Der Verwalter des Buches überprüft nun zum einen, ob Alice über ausreichend Guthaben für die gewünschte Transaktion verfügt und zum anderen, ob Alice tatsächlich die Transaktion veranlasst hat. Anschließend wird die Transaktion durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass Bob ein um drei Einheiten erhöhtes Guthaben besitzt.

Kryptografische Zutaten

Bei derartigen Transaktionen gibt es jedoch diverse Herausforderungen. In einem öffentlich zugänglichen System herrscht vorerst keine Anonymität. Im Falle von Blockchain wird also mit Pseudonymen anstatt echten Namen gearbeitet. Zudem ist eine hinreichende Autorisierung erforderlich, damit die Transaktionen sicher sind. Eine einfache E-Mail mit dem Inhalt „Ich zahle Bob 3 Einheiten. Danke, Alice.“ reicht schlichtweg nicht aus und ist alles andere als fälschungssicher. Hier kommen dann verschiedenste Technologien zur digitalen Signierung ins Spiel.

Ein weiteres Problem ist die Identität des verwaltenden Organs, also die des Buchhalters. Hier verfolgt Blockchain die Grundidee, die „Buchhaltung“ dezentral zu verteilen und der Community Anreize zu bieten, die Verwaltung zu übernehmen. Als kryptografische Zutaten nutzt das Bitcoin-System hierfür die Hash-Algorithmen SHA-256 und RIPEMD-160, außerdem kryptografische Funktionen wie Hashcash mit SHA-256 und digitale Signaturen und Public Keys (ECDSA) zur Autorisierung.

Wieso hat Bitcoin solch immense Bekanntheit erlangt?

Obwohl es bereits vergleichbare Ansätze und deutlich komplexere Systeme gab, hat es Bitcoin geschafft, in der Öffentlichkeit Bekanntheit zu erlangen. Ein Grund hierfür ist sicher der Zeitpunkt, zu dem Bitcoin auf den Markt kam. Dies war im Jahr 2009, also genau zu jener Zeit, als die Finanzkrise noch voll im Gange war. Mit Bitcoin realisierte Spekulationsgeschäfte mit sicher wirkenden und immens hohen Erträgen lockten zunehmend Interessenten zu dieser Art der Kryptowährung. Diese konnten dank der dezentralen Eigenschaften von Bitcoin plötzlich internationale Geschäfte tätigen, ohne den Standards der regulatorischen Mechanismen der jeweiligen Finanzmärkte zu unterliegen. Als Bitcoin dann im März 2013 den Marktwert von 1 Milliarde USD erreicht hat, stieg zusätzlich das Interesse im Silicon Valley enorm und immer mehr Unternehmen wollten auf den Zug der Kryptowährung aufspringen.

Und heute? Wer zur weiteren Entwicklung, den technologischen Tiefen und der Zukunft von Blockchain mehr wissen möchte, dem sei der spannende englischsprachige Vortrag von Thomas Haines ans Herz gelegt. Film ab und viel Spaß.

Thomas Haines ist Mathematiker und bei der POLYAS GmbH im Ressort Forschung und Entwicklung tätig.

(fr)

Informationen zur Java User Group Hessen:
Die Java User Group Hessen (JUGH) ist Teil des internationalen Netzwerkes von Java Communities, die sich der weltweiten Verbreitung von Java-Know-how verschrieben haben. Im Sommer 2009 wurde sie von Entwicklern der Micromata GmbH ins Leben gerufen und kann seither auf eine ganze Reihe spannender Workshops und Vorträge zum Thema Java zurückblicken. Die JUGH trifft sich einmal im Monat (in der Regel immer am letzten Donnerstag) in Kassel. Eine Voranmeldung ist meistens nicht nötig, der Eintritt ist frei. Kontakt: jugh@micromata.de.

 

Sebastian Hardt